Wilhelm Busch
Suchers Leidenschaften „Wilhelm Busch“
Mit Gustav Peter Wöhler und C. B. Sucher und Sabine Küpers
Wilhelm Busch, der eigentlich zwei Vornamen mehr hat – nämlich Heinrich Christian – ist der Deutschen liebster Humorist und Zeichner. Als er, der am 15. April 1832 in Wiedensahl geboren worden war, am 9. Januar 1908 in Mechtshausen starb, galt er den Nachrufschreibern bereits als „der Klassiker des deutschen Humors“. Er war im besten Sinne volkstümlich.
C. Bernd Sucher wird in seinem „Leidenschaften“-Vortrag auch auf die großen Bildergeschichten eingehen – die alle Kinder liebten und weiter lieben werden, was auch immer die Spielekonsolen anbieten mögen: „Max und Moritz“ und „Plisch und Plum“. Daneben wird er sich auch mit den weniger bekannten Werken beschäftigen, mit der frommen Helene, mit Hans Huckebein, dem Unglücksraben und der Knopp-Trilogie.
In diesem Vortrag geht es aber nicht nur um Buschs Humor, sondern auch um des Künstlers politische und gesellschaftliche Stellungnahmen, um Buschs Kritik an der katholischen Kirche und um Buschs kaum versteckten Antisemitismus nach 1873. In der „Frommen Helene“ heißt es: „Und der Jud mit krummer Ferse, / Krummer Nas‘ und krummer Hos’/ Schlängelt sich zur hohen Börse/ Tiefverderbt und seelenlos.“ Und die Zeichnung zum Juden in „Plisch und Plum“ ist „Stürmer“-tauglich wie der Text dazu: „Kurz die Hose, lang der Rock / Krumm die Nase und der Stock / Augen schwarz und Seele grau, / Hut nach hinten, Miene schlau – / So ist Schmulchen Schiefelbeiner / (Schöner ist doch unsereiner!)“
Aber, auch davon wird die Rede sein, diese Juden-Stereotype ist eine von vielen in Buschs Werk. Es gibt auch den „beschränkten bayerischen Bauern“ und den „preußischen Touristen“, der auch nicht gut wegkommt. Busch – ein zwiespältiger Künstler, ein komplizierter Mensch und Vorbild vieler Dichter und Publizisten – zu ihnen zählen Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz und Christian Morgenstern. Und gewiss ist es nicht falsch in Busch einen ersten Comic-Künstler zu sehen.